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Conference:
Women’s Magazines, New Women and the Reconfiguration of Genres:
China in international Perspective (1898-1949)
Conference held in connection with the Internationales Wissenschaftsforum of the University of Heidelberg.
Sponsored by the University of Heidelberg Foundation.
Abstract (english)
Women’s magazines created a new field of knowledge and cultural production in China from the last decade of imperial rule at the turn of the 20th century through the end of the Republican era in 1949. The magazines were themselves an historically important by-product of the new genre of the “periodical press” which arose in the mid-19th century. At the same time, women’s magazines contained a number of evolving genres, many that were longstanding, including poetry, biography, and short stories; and others that were radically new, such as news, editorials, polemical essays, advertisements, cartoons and photographs. Our objective in this project is to use women’s magazines and their generic characteristics as a point of entry into cultural, epistemological, and political developments in this turbulent half century of Chinese history. We will both map the emergence of the new genre of the woman’s journal and closely analyze the evolution of specific genres within this journal over five decades. While the magazines will be used less as historical evidence, and more as text and genre, in our investigation, we will attempt to track broader trends as well, some gender specific, such as the development of female education, literacy, and professionalization and the rise of the figure of the “New Woman”; others of social moment such as the emergence of new practices including free marriage and the demand for expanded individual rights; and still others of political significance—both the appropriation of the New Woman and the mobilization of actual historical women to national ends. Finally, we will develop our findings in a comparative context, using the example of some other Asian countries, and countries of the West to illuminate and question the uniqueness of the Chinese case.
The conference takes up hitherto neglected material: women’s magazines; treating it in an innovative way, as primarily a body of texts rather than a source of historical import; and doing so from an interdisciplinary and intercultural point of view, bringing together scholars in cultural studies, sociology, history, literature and anthropology in the field of Chinese, Japanese, European and Anglo-American studies.
Abstract (german)
Frauenzeitschriften stellen in China seit Ende des 19. Jahrhunderts und bis zur Gründung der Volksrepublik China 1949 ein ganz neues Feld des Wissens und der Kulturproduktion dar. Diese Zeitschriften waren ein Nebenprodukt eines neuen Genres, das sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in China ausbreitete: der Presse. In den Frauenzeitschriften selbst wiederum, entstanden und entwickelten sich Genres, einige davon. wie Dichtung, Biographie und Kurzgeschichte, mit langen indigenen Traditionen, andere hingegen, wie Nachrichtenmeldungen, Leitartikel, polemische Essays, Werbung, Cartoons und Photographien, radikal neu im chinesischen kulturellen Kontext.
Es ist das Ziel dieser Tagung, Frauenzeitschriften und ihre charakteristischen Genres als Ausgangspunkt zu nehmen, um die kulturellen, epistemologischen und politischen Entwicklungen in den ersten turbulenten 5 Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in China auf neue Art zu beleuchten.
Die Tagung und das größere Projekt, das darauf aufbauen soll, werden das Aufkommen des neuen Genres “Frauenzeitschrift” nachzeichnen, und die Evolution bestimmter Genres in diesen Zeitschriften in den ersten 5 Dekaden ihres Bestehens untersuchen. Zwar werden die Frauenzeitschriften in diesem Projekts weniger als Steinbruch für historische Daten denn als Texte und literarische Genres verstanden und untersucht, wir versuchen aber dennoch auf diese Weise breitere sozio-historische Trends auszumachen und auf neue Art zu beleuchten, einige davon geschlechterspezifisch, wie etwa die Entwicklung der Frauenbildung, -alphabetisierung und –professionalisierung sowie das Aufkommen einer wichtigen neuen Figur, der sogenannten “neuen Frau”; andere sozialer Art, wie etwa das Aufkommen neuer Praktiken, darunter freie Partnerwahl und die Forderung nach individuellen Rechten; und wieder andere, mit politischen Dimensionen, wie die Mobilisierung der “neuen Frau” und ihres historischen Gegenparts für nationale Ziele.
Unsere Beobachtungen sollen in einem kulturvergleichenden Kontext gemacht werden, da es gerade im Falle der hier untersuchten Materialien schon sehr früh zu globalen Phänomenen kommt (Werbung, Moden, Austausch von feministischen Schriften etc.), die es gilt genauer zu beleuchten und zwar aus der Sicht nicht nur des Regionalwissenschaftlers sondern auch des Spezialisten für das „Geberland“. Spezialisten zu Frauenzeitschriften in anderen asiatischen Ländern (bei der Tagung durch einen Vortrag zu Japan) und in Ländern ausserhalb Asiens (bei der Tagung durch einen Vortrag zu Frauenzeitschriften in Kanada) sollen bei dieser Tagung und, in noch größerem Maße in dem darauf aufbauenden Projekt, die Rolle übernehmen, den chinesischen Fall immer wieder in seiner “Einzigartigkeit” zu beleuchten aber eben auch zu hinterfragen und den Grad seiner internationalen Vernetztheit oder Losgelöstheit zu bestimmen.
Die Tagung widmet sich bisher in der Forschung vernachlässigten Materialien: den chinesischen historischen Frauenzeitschriften. Sie behandelt diese auf innovative Weise, indem sie sie zunächst als Text und narratives Produkt, nicht so sehr als Quellen für historische Fakten ansieht. Sie tut dies mit einem interdisziplinären und interkulturellen Zugang, indem sie Forscher aus den Cultural Studies (Mittler, LaCouture, Barlow), der Geschichte (Beahan, Qian, Yu, Chou, Judge, Yue Dong, Zurndorfer, Hamilton), und der Literaturwissenschaft (Fong, Xia, Hsu) zusammenbringt mit solchen aus anderen asiatischen sowie europäischen und anglo-amerikanischen Fächern und Forschungsgebieten (Cooke, Garland, Frederick).
Die Tagung wird etablierte Wissenschaftler, die teilweise schon Jahrzehnte zu Fragen der Genderforschung arbeiten, zusammenbringen mit jungen Wissenschaftlern, die noch an ihren Dissertationen arbeiten oder diese gerade beendet haben. Auf diese Weise sollen langerworbene Expertise und neue kreative Gedanken, die sich aus neuen empirischen Datenerhebungen ergeben, zusammengebracht werden. Die Tagung möchte versuchen, durch ihre sehr klare Fokussierung auf die Frage des Genre als Angelpunkt, die Teilnehmerinnen zu neuen Lesungen des Materials, das sie bisher in ihrer eigenen Forschung meist unter ganz anderen Gesichtspunkten betrachtet haben mögen, anzuregen. Um eine differenzierte und interdisziplinäre Sicht auf das Material mit dieser neuen Fragestellung zu ermöglichen, werden Experten in verschiedenen Gebieten (Literaturwissenschaft, Geschichte, Cultural Studies) zusammengebracht.
Vom Format her wird die Tagung, weil sie als vorbereitender Dialog für ein größeres Forschungsprojekt dienen soll, eine auf die Primärtexte und deren kritische Lesung fokussierte Variante wählen: Die Teilnehmer halten während der Tagung kurze 10-Minuten Vorträge. Jeder Teilnehmer wird als Discussant eines anderen Beitrages vorgesehen. Die Beiträge und das dafür konsultierte Primärmaterial werden einige Wochen vor der Konferenz über eine Website für die Konferenzteilnehmer verfügbar gemacht. Die Diskussion des Umgangs mit dem Primärmaterial unter der neuen Frage „Genre“ steht im Vordergrund der Tagung. Am Ende eines jeden Tages ist eine längere Diskussionsrunde vorgesehen, die die Ergebnisse des Tages zusammenfassend erörtern soll. Sie wird von den teilnehmenden Doktoranden, die auch die Konferenz mitkonzipiert haben, vorbereitet und strukturiert und soll dazu dienen, gemeinsame Themen und methodologische Ansätze, die für das Großprojekt fruchtbar gemacht werden können, herauszuarbeiten.
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